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Anton Bruckner-Lexikon online: Artikel

Erxleben, Michael

* 11.2.1960 Dresden, Sachsen/D. Violinist, Dirigent, Professor für Violine.

Erhielt seine musikalische Ausbildung in Violine bei Annemarie Dietze (1923–2017) in Dresden, Michael Waiman (* 1953) in Leningrad (heute St. Petersburg) und Werner Scholz (1926–2012) an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seine solistischen Tätigkeiten führten ihn in viele europäische Länder sowie nach Japan, China und in die USA. Als Solist war er Gast bei den Münchner Philharmonikern, Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouw Orkest Amsterdam und Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt. Bis 2001 übernahm er, gemeinsam mit Jac van Steen (* 1956), die künstlerische Leitung des Neuen Berliner Kammerorchesters. Seit 1982 ist er erster Konzertmeister des Konzerthausorchesters Berlin (bis 2006 Berliner Sinfonie-Orchester). Seit 2012 ist er Gast-Konzertmeister des Konzerthaus Kammerorchesters Berlin und übernimmt jeweils pro Saison auch für ein Projekt dessen künstlerische Leitung. Aus seiner Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus Kammerorchester und Neuen Berliner Kammerorchester entstanden Tonträgereinspielungen der Violinkonzerte von Dmitri Schostakowitsch (1906–1975), Arnold Schönberg (1874–1951), Igor Strawinsky (1882–1971), Karl Amadeus Hartmann (1905–1963) und Frank Martin (1890–1974). Seit 2010 konzertiert er bei den Barockfestspielen auf Schloss Batzdorf in Sachsen. Darüber hinaus lehrte er 1993–2019 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler und am Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach in Berlin, davon ab 2001 als Honorarprofessor. Bis heute unterrichtet er Violine an der Universität der Künste Berlin. Er ist im künstlerischen Beirat der Internationalen Musikakademie in Berlin, an der er auch Meisterkurse abhält.

Wann genau Erxleben erstmalig mit Bruckners Musik in Kontakt kam, lässt sich nicht nachweisen, jedoch ist aufgrund seiner umfangreichen Konzerttätigkeit darauf zu schließen, dass er mit Bruckners kammermusikalischen Œuvre vertraut ist. Eine intensivere Beschäftigung mit Bruckners Streichquintett in F-Dur ist mutmaßlich auf einen Kammermusik-Workshop im Rahmen der Internationalen Musikakademie Berlin Anfang Mai 2009 und dem angeschlossenen Abschlusskonzert an der Deutschen Oper Berlin am 9.5.2009 zurückzuführen, bei dem der 3. Satz (das Adagio) im Vordergrund stand.

Jedoch legte Erxleben erst fünf Jahre später (2014) anlässlich einer CD-Produktion bei CuGate Classics eine vollständige Bearbeitung des Streichquintetts vor. Die Uraufführung dieser Bearbeitung fand am 13.11.2014 mit dem Konzerthaus Kammerorchester Berlin im Kammermusiksaal des Berliner Konzerthauses unter Erxlebens Leitung stattfand und wurde zusammen mit einer Einspielung des Adagio for Strings von Samuel Barber (1910–1981) veröffentlicht.

Erxlebens aufführungspraktische Bearbeitung des Streichquintetts beschränkt sich auf das Hinzufügen einer Kontrabass-Stimme und weist dementsprechend einen geringen kompositorischen Eigenanteil auf. Diese Anlage ähnelt zudem der Bearbeitung von Rudolf Baumgartner. Im zugehörigen CD-Booklet wird insbesondere das Adagio in beiden Werken hervorgehoben und das Adagio in Bruckners Streichquintett als „Zentrum der musikalischen Gesamtanlage“ des Quintetts (CD-Booklet, S. 7) beschrieben. Fälschlicherweise wird die kompositorische Entstehungsgeschichte – die Ersetzung und Hinzufügung des Scherzo-Satzes und des Intermezzo in d-Moll – im Booklet vertauscht. Weitere Aufführungen der Bearbeitung sind bisher nicht bekannt.

Werke
  • Aufführungspraktische Einrichtungen von Werken von Johann Sebastian Bach (Musikalisches Opfer) und Anton Bruckner (Streichquintett in F-Dur).
Literatur

CLEMENS GUBSCH, KAROLINE HOCHSTÖGER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 6.9.2021

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Normdaten (GND)

Erxleben, Michael: 123936357

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